Story Kagegorie
Käsen – Leidenschaft und Intuition
05.05.2026 Author – Ronja Jäger
Ein Schweizer Mädchen beim Melken der Kühe – das ist ein Sujet, das die Touristen begeistert. «Ich bin auf vielen Handybildern drauf», sagt Ronja Jäger. Die junge Älplerin zuckt mit den Schultern. «Vielleicht wussten die nicht mal genau, was ich da mache und welche Lebensmittel man aus Milch herstellt.» Doch für die gelernte Milchtechnologin ist genau dies die grosse Leidenschaft. Mit erst 19 Jahren schaukelte die Toggenburgerin im Sommer 2025 den Betrieb in der Alpkäserei Handeck. Sie war zusammen mit zwei Mitälplern für das Wohl der Tiere, das Alpbeizli wie auch die gesamte Produktion in der Alpkäserei verantwortlich. Wenn die Ausflügler am späteren Nachmittag in der Nähe des mobilen Melkstands an der Passstrasse ihr Handy zückten, um sie zu fotograferen, hatte ihr Arbeitstag jeweils schon rund 12 Stunden gedauert. Zwischen 4.00 und 6.30 Uhr morgens stellte Jäger die «Mutschli» in der Käserei her, danach folgte die Produktion der anderen Käsesorten. Am Nachmittag schmierte und pflegte sie die Käselaiber, bevor gegen 16.30 Uhr wieder das Melken anstand. Feierabend war jeweils erst um 19.30 oder 20.00 Uhr, nachdem die Milch kühlgestellt und die Käserei blitzblank geputzt war. «Es stört mich nicht, so viel zu arbeiten, im Gegenteil, ich mag es, wenn ich mein eigener Chef bin», sagt Jäger. Sie ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, verbrachte viel Zeit im Stall bei den Tieren und wusste schon als Primarschülerin, dass sie Käserin werden will. «Aber klar, wenn man es gerne macht, geht alles ‘ringer’». Kein Wunder antwortet sie auf die Frage, was einen guten Käse ausmacht: «Herzblut und Leidenschaft.» Ein gutes ‘Gspüri’ brauche es auch, fügt sie an. Und dies scheint die junge Frau wirklich zu haben: Nach ihrem Alpsommer auf der Handeck erarbeitete sich Ronja Jäger im September an der Berufsmeisterschaft SwissSkills die Goldmedaille als Milchtechnologin