Baubeschluss zur Aufwertung der Kraftwerke Innertkirchen und Handeck

Die KWO, Kraftwerke Oberhasli AG, hat vergangene Woche den Baubeschluss für die Aufwertung der Kraftwerke Innertkirchen 1 und Handeck 2 gefasst. Das Investitionsvolumen beträgt gesamthaft 305 Millionen Franken. Erste Teile befinden sich bereits im Bau; der soeben gefasste Baubeschluss betrifft vor allem die zusätzlichen Kraftwerkszentralen. Die kantonale Konzession liegt bereits vor; die Baubewilligung wird demnächst erteilt werden. Gegen das Projekt sind keine Einsprachen eingegangen.

Zwei neue leistungsfähige Maschinen
Die Kraftwerkskette Räterichsbodensee – Handeck 2 – Innertkirchen 1 wird durch einen parallel laufenden Kraftwerksstrang ergänzt. Dieser besteht aus Druckstollen und –schächten sowie aus zwei neuen Kraftwerkszentralen, die direkt neben den bestehenden liegen und hydraulisch mit ihnen verbunden sind. Die parallelen Stollen und Schächte verringern die Reibungsverluste, sodass zusätzlich 70 Gigawattstunden (GWh) Energie gewonnen werden. Die neuen Kraftwerke mit je einer grossen Maschine steigern die Leistung um total 280 Megawatt (MW). Die Gesamtleistung der KWO-Anlagen steigt damit von 1125 MW auf 1405 MW.

Neben diesem Vorhaben werden auch die rund 70-jährigen Kraftwerke Handeck 2 und Innertkirchen 1 umfassend saniert. Dafür werden zusätzlich rund 120 Millionen Franken investiert. Diese Sanierungen sind bereits zu etwa 80 % abgeschlossen. Sie bringen einen Energiegewinn von etwa 50 GWh sowie eine Leistungssteigerung von 40 MW.

Aktuell laufen die Bauarbeiten am Wasserschloss Kapf, am Druckschacht vom Kapf hinunter in die Zentrale Innertkirchen 1 und am Zugangsstollen zum Wasserschloss an der Handeck. Mit dem gefassten Baubeschluss beginnen nun die Arbeiten an den eigentlichen Kraftwerksanlagen. Diese beinhalten den Ausbruch der neuen Kavernen, den Einbau der Maschinen, den Bau des Unterwasserstollens in Innertkirchen sowie des neuen Beruhigungsbeckens für die sanfte Wasserrückgabe in die Aare. Die Bauarbeiten werden bis 2015 dauern.

Bedeutende Umweltmassnahmen
Die mit der Aufwertung einhergehenden Umweltmassnahmen sind Teil eines Gesamtkonzepts für sämtliche in Bearbeitung befindlichen Investitionsvorhaben. Erarbeitet wurden die Umweltmassnahmen unter Beizug einer Begleitgruppe unter Leitung des Kantons Bern. In der Begleitgruppe waren Umweltorganisationen sowie die verantwortlichen kantonalen Fachstellen vertreten. Das Gesamtpaket umfasst rund 50 Massnahmen in den Gewässern und der Landschaft rund um Grimsel und Susten sowie entlang der Aare bis zum Brienzersee. Die wichtigste Umweltmassnahme zum soeben beschlossenen Vorhaben ist das Beruhigungsbecken für die Wasserrückgabe in Innertkirchen. Dieses Becken verringert die Pegelschwankungen in der Aare, und es leitet das Wasser auf sanfte Weise seitlich in das Gewässer ein. Verbunden mit zusätzlichen Dotierungen zur Steigerung der Wassermenge in den genutzten Gewässern werden damit die Durchgängigkeit und der Lebensraum für die Fische wesentlich verbessert.


Zusammenfassung Nutzen / Eckdaten:

- Energiegewinn durch Verminderung der Reibungsverluste im bestehenden Triebwassersystemen: 70 GWh pro Jahr
- Erhöhung der Leistung: 280 MW (240 MW mit zwei neuen Maschinen, 40 MW in bestehenden Maschinen)
- Reduktion der Pegelschwankungen bei der Wasserrückgabe in Innertkirchen
- Gesamtinvestition 305 Mio. Franken (alle Projektteile inkl. der bereits ausgeführten Projekte)
- Bauzeit rund fünf Jahre